Das Innere der Kirche

Blick von der Empore in den Kirchenraum

Betritt man die Kirche, so ist der erste Eindruck ein finsterer Raum. Wenn sich die Augen aber an die Dunkelheit gewöhnt haben, eröffnet sich im Dämmerlicht eine Bilderwelt, die man in einer Kirche des Bayerischen Waldes nicht erwarten würde. Kommend aus der Welt tritt man ein in einen Raum, der einem Geborgenheit und Sicherheit geben soll.

Es ist fast nicht möglich alle Bilder und Darstellungen in ihren sämtlichen Einzelheiten wahrzunehmen. Es bleibt der großartige Eindruck dieses fast unerschöpflichen Angebots der Bilderwelt.

Es eröffnet sich ein Bauwerk, in dem der Mensch betrachtend und staunend Bilder des Glaubens sieht und so Gott begegnet, ein Ort zum Stillwerden und zum Meditieren, ein Ort des Gebets, der einem wieder entlässt, um gestärkt die Herausforderungen des Alltags zu bestehen.

Der Innenraum ist völlig ausgemalt, es gibt keinen Fleck, der nicht durch Bilder, Ornamente oder Farbe ausgefüllt ist. So wirkt der Kirchenraum fremd und zugleich faszinierend, in seiner Art ungewöhnlich und einzigartig, in der Reichhaltigkeit der Bilder und in der Vielfalt der Ornamente verwirrend und ebenso anziehend.

Das Programm der Kirche

Die Reichhaltigkeit der biblischen Bilder, der Heiligen und der Symbole ist zugleich beeindruckend wie auch verwirrend, gehorcht aber einem durchdachten System:

  • Alles in der Kirche läuft hin auf das ewige Heil, für das Gott den Menschen haben will. Dargestellt wird es vom Christus auf dem Hochaltar, der mit seinen ausgebreiteten Armen die Menschen empfangen will.
  • In den Deckengemälden werden im Chor die acht Seligpreisungen Jesu aus der Bergpredigt, im Langhaus die je sieben geistigen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit illustriert durch Bilder aus dem biblischen Heilsgeschehen des Neuen und Alten Testaments. Beide – Seligpreisungen und Werke – weisen dem Menschen den Weg zur Erlösung.
  • Diese durch Jesus Christus und Menschen der alt- und neutestamentlichen Heilsgeschichte vorgegebene Wegweisung zum ewigen Heil wird auf dieser Welt getragen durch das Geschehen des Glaubens, vornehmlich durch die Heiligen (Maria, Apostel, Evangelisten, Kirchenlehrer, Heilige der Heimat u. a. sowie Propheten). Sie aber treten zurück an die Seite, unter die Gewölbe, um dieses große Geschehen des Heiles und der Erlösung in der diesseitigen Welt gleichsam abzustützen.